Seit dem 1. August 2006 gibt es den Gründungszuschuss als einheitliche Förderung für Arbeitslose, die sich selbstständig machen. Er ist hervorgegangen aus dem Existenzgründungszuschuss („Ich-AG“) und dem Überbrückungsgeld.


Wer kann den Gründungszuschuss erhalten?

Im § 57 des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) wird definiert, welcher Personenkreis Anspruch auf den Zuschuss hat:

Arbeitnehmer/innen, die durch Aufnahme einer selbstständigen, hauptberuflichen Tätigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden, haben zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung einen Anspruch auf einen Gründungszuschuss.

Hinweis: Es werden nur Gründungen gefördert, die im Haupterwerb erfolgen.


Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Die Agentur für Arbeit leistet den Gründungszuschuss, wenn Sie

1.) bis zur Existenzgründung

  • Anspruch auf Entgeltersatzleistungen nach dem SGB III haben oder
  • in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach dem SGB III beschäftigt waren;

2.) bei Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit noch über einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 90 Tagen verfügen,

3.) der Agentur für Arbeit die Tragfähigkeit der Existenzgründung nachweisen und

4.) Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbstständigen Tätigkeit darlegen.

Hinweis: Ein direkter Übergang von Beschäftigung in eine geförderte Selbstständigkeit ist nicht möglich. Arbeitnehmer/innen, die ohne wichtigen Grund ihr bestehendes Arbeitsverhältnis kündigen und deren Anspruch auf Arbeitslosengeld für die Dauer einer Sperrzeit ruht, erhalten während dieses Zeitraums keinen Gründungszuschuss.


Nachweis der Tragfähigkeit

Zum Nachweis der Tragfähigkeit der Existenzgründung ist der Agentur für Arbeit die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle vorzulegen.

Fachkundige Stellen sind insbesondere:

  • Industrie- und Handelskammern
  • Handwerkskammern und berufsständische Kammern
  • Fachverbände
  • Kreditinstitute

Grundlage dieser Stellungnahme sind in der Regel:

  • Kurzbeschreibung des Existenzgründungsvorhabens
  • Lebenslauf
  • Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan
  • Umsatz- und Rentabilitätsvorschau

Förderungsrechtliche Fragen sollten Sie zuerst mit der zuständigen Agentur für Arbeit klären, bevor Sie sich wegen weiterer Fragen an eine fachkundige Stelle wenden.

Bestehen begründete Zweifel an den Kenntnissen und Fähigkeiten, die Sie zur Ausübung der selbstständigen Tätigkeit benötigen, kann die Agentur für Arbeit von Ihnen die Teilnahme an Maßnahmen zur Eignungsfeststellung oder zur Vorbereitung der Existenzgründung verlangen.


Wie viel Geld gibt es und wie lange wird der Zuschuss bezahlt?

Der Gründungszuschuss wird für die Dauer von 9 Monaten in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhalts geleistet. Dazu kommen monatlich 300 € zur sozialen Absicherung.

Der Gründungszuschuss kann für weitere 6 Monate in Höhe von monatlich 300 € geleistet werden, wenn Sie ihre Geschäftstätigkeit anhand geeigneter Unterlagen darlegen. Bestehen begründete Zweifel, kann die Agentur für Arbeit die erneute Vorlage einer Stellungnahme einer fachkundigen Stelle verlangen.

Hinweis: Der noch bestehende Anspruch auf Arbeitslosengeld wird während der Förderung „verbraucht“. Das heißt: Für jeden Tag der Förderung sinkt der Anspruch auf Arbeitslosengeld um einen Tag.


Wie versichere ich mich in dieser Zeit?

Der monatliche Zuschuss in Höhe von 300 € ermöglicht Ihnen, sich freiwillig in den gesetzlichen Sozialversicherungen abzusichern.
Um die soziale Absicherung auch nach den ersten 9 Monaten zu gewährleisten, kann Ihnen die Agentur für Arbeit unter den oben genannten Voraussetzungen für weitere 6 Monate 300 € bewilligen.


  • Gesetzliche Krankenversicherung:
    Für Bezieher/innen des Gründungszuschusses gilt ein Betrag in Höhe von mindestens 1.225 € als Beitragsbemessungsgrenze.
    Mit zu den Einnahmen zählt der Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Nicht zu den Einnahmen zählen die zur sozialen Absicherung vorgesehenen monatlichen 300 €.
  • Arbeitslosenversicherung:
    Der Antrag auf freiwillige Weiterversicherung kann wegen der Übergangsregelung noch bis zum 31.12.2006 gestellt werden, wenn die selbstständige Tätigkeit ab dem 1.1.2004 oder danach aufgenommen wurde. Ab dem 1.1.2007 ist der Antrag spätestens innerhalb 1 Monats nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit (Ausschlussfrist) zu stellen.
  • Gesetzliche Rentenversicherung:
    Bezieher/innen des Gründungszuschusses können sich freiwillig rentenversichern.

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